Heute in der WAZ: Juso HSG bezieht klare Stellung zum Verkauf des KKC

Veräußerung war illegitim, frech und doppelzüngig – KKC muss in studentischer Hand bleiben!

Ende Januar veräußerten die ehemaligen AStA-Referenten Jan Bauer (L.U.St.) und Borislav Schön (RCDS), das sich im Besitz der Studierenden befindende Kunst- und Kulturcafé (KKC) am Campus Essen der Universität Duisburg-Essen an das Studentenwerk Essen-Duisburg. Dies geschah nur Tage vor der Abwahl der beiden langjährigen AStA-Mitglieder (vgl. hier und hier). Beide Personen waren in den vorangegangenen Wochen einer großen medialen und hochschulinternen Kritik ausgesetzt gewesen: Bauer war zuletzt insbesondere durch die Entwendung einer Wahlurne während des laufenden Wahlganges der Studierendenparlamentswahl aufgefallen (vgl. hier). Schön wird die vermeintliche Veruntreuung von Geldern der Studierendenschaft vorgeworfen (vgl. hier). Zudem sei er zu Unrecht im Amt des AStA-Finanzreferenten gewesen, da er zum Zeitpunkt seiner Wahl kein eingeschriebener Studierenender der Hochschule gewesen sei, worauf sich die Hochschulleitung im Januar dazu entschlossen hat ihn aus dem Amt zu entfernen (vgl. hier).

Das Objekt der Begierde - Trotz Scherbenhaufen durch Bauer und Schön fordern wird, dass das KKC in studentischer Hand bleibt!

Das Objekt der Begierde - Trotz Scherbenhaufen durch Bauer und Schön fordern wird, dass das KKC in studentischer Hand bleibt!

Um die Motivation der beiden Akteure kreisen derzeit einige Gerüchte. Am härtesten hält sich der Vorwurf gegenüber Schön, dass er den Verkauf eilig abschließen wollte, um seinem Nachfolger den „Zugriff auf die Geschäftsakten des KKC [zu] entziehen“ (vgl. hier). An diesen Spekulationen wollen wir uns ausdrücklich nicht beteiligen, sondern zu dem eigentlichen Geschäftsgebaren zwischen Bauer und Schön, dem Studentenwerk sowie der Hochschulleitung im Folgenden Stellung nehmen:

Die Legalität dieses Geschäfts lassen wir derzeit „juristisch und wirtschaftlich prüfen“ (vgl. hier). Unabhängig von dem Ergebnis dieser Prüfung ist der Verkauf durch Bauer und Schön absolut illegitim! In der derzeitigen Situation der Studierendenschaft, die noch immer auf die Auszählung der Wahlen vom November 2011 wartet, besaßen weder Bauer noch Schön das Mandat eine so wichtige und richtungsweisende Entscheidung in Namen aller Studierenden zu fällen. Besonders deutlich wird das durch den Umstand, dass dieser Vorgang ohne Rücksprache mit dem Studierendenparlament, den Fachschaftsräten oder sonstigen Studierendenvertreterinnen und -vertretern erfolgte.

Wir empfinden den Ankauf des KKCs durch das Studentenwerk als eine vollkommene Frechheit! Wir nehmen an, dass auch die Vertreterinnen und Vertreter des Studentenwerks die hochschulinterne Diskussionen oder zumindest die Medienberichterstattung über Vorgänge innerhalb der Studierendenschaft verfolgen. Man wusste also um den fehlenden Rückhalt Bauers und Schöns innerhalb der Studierendenschaft und somit auch, dass beide nicht für die Studierendenschaft hätten sprechen oder gar Geschäfte machen dürfen.

Auch die Rolle der Hochschulleitung in dieser Sache sehen wir sehr kritisch. Offensichtlich wurde hier ein doppeltes Spiel mit den Vertreterinnen und Vertretern der Studierendenschaft gespielt: Man zeigte sich auf öffentlichen Sitzung des Senats und des Studierendenparlaments und auch gegenüber den Medien über das Verhalten des AStAs und insbesondere des ehemaligen AStA-Vorsitzenden Jens Eißmann sowie Bauer und Schön empört. Gleichzeitig beteiligte man sich an dubiosen Geschäften mit genau diesen Personen.

Wir fordern, dass das KKC in studentischer Hand bleibt! Es ist eine Institution des studentischen Lebens an der Universität Duisburg-Essen und insbesondere als Veranstaltungsort der Fachschaftsräte unersetzlich. Das Studentenwerk verspricht zwar nichts kaputt machen zu wollen (vgl. hier), aber mit Blick auf die Mensen und Cafeterien an den Campi in Duisburg und Essen lässt sich nicht darauf hoffen, dass das studentische Flair des KKCs erhalten bleibt.

Sollten die Studierendenschaft das KKC wegen der von Bauer und Schön geschlossenen Verträge wieder erwarten nicht halten können, erneuern wir unsere Forderungen, dass die Studierendenschaft bei jeder Neuausrichtung des KKC zu beteiligen werden muss, dass die im KKC jobbenden Studierenden übernommen werden müssen, dass die Fachschaftsräte weitreichende Nutzungsrechte der Räumlichkeiten erhalten müssen und dass das KKC für studentische Kulturprojekt zur Verfügung stehen muss (vgl. hier).

Heute in WAZ und NRZ: Illegitimer KKC-Verkauf als große Chance…?

Dieser Artikel ist auch auf dem Nachrichtenportal derwesten.de erschienen. Ihr findet ihn hier.

 

In den Medien: Zwei ausführliche “Homestories” über unseren ehemaligen, RCDS und L.U.St.-geführten AStA

In den Medien sind am heutigen Dienstag zwei ausführliche “Homestories”  über unseren ehemaligen, RCDS und L.U.St.-geführten AStA zu lesen:

Den Anfang machen die Ruhrbarone mit ihrem Bericht über “gestohlene Wahlurnen, Schulden und Misswirtschaft”. Im Mittelpunkt der Berichterstattung stehen, wie eigentlich immer in den letzten Wochen, die Herrn Boris Schön vom RCDS (“seit Mitte vergangenen Jahres ermittelt die Staatsanwaltschaft Essen gegen den zwischenzeitlich als Finanzreferenten aktiven Schön”) und Jan Bauer von der L.U.St. (“als im November endlich gewählt wurde, entwendete der damalige  AStA-Vorstand Jan Bauer eine Wahlurne und deponierte sie bei einem Anwalt – wo sie, trotz richterlicher Verfügung, heute noch steht”).

Ein Abschnitt zum Ende des Artikels gewährt einen offenbarenden Einblick in die Welt der beiden Protagonisten und einiger anderer AStA-Schergen, die ihre Hände bis heute, in einer fast sauerlandesquen Art, in Unschuld waschen:

“Boris Schön hält die gegen ihn und seine AStA-Kollegen geäußerten Vorwürfe für ungerechtfertigt. Nie hätte er sich illegal bereichert, alles, was er sein eigen nennt, selbst erarbeitet. ‘Als wir den AStA übernahmen, herrschte dort pures Chaos. Im Finanzbereich fanden wir nur Zettel mit Zahlen, keine vernünftige Buchführung. Die Anzeigen gegen mich und meine Kollegen sind das Ergebnis falscher Verdächtigungen, und mit einem Gutachten haben wir das auch bewiesen.’

Das sieht indes der Sprecher des Essener Staatsanwaltschaft, Oberstaatsanwalt Wilhelm Kassenböhmer, auf Anfrage anders: ‘Das Gutachten der Beschuldigten ist absolut irrelevant.’”

Aufmacher des UniSPIEGEL: Asten verbrennen das Geld von Studierenden. Als Paradebeispiel wird er ehemalige AStA der Uni DuE gennant.

Aufmacher des UniSPIEGEL: Asten verbrennen das Geld von Studierenden. Als Paradebeispiel wird er ehemalige AStA der Uni DuE gennant.

Ein zweiter Artikel ist im UniSPIEGEL erschienen und stellt endgültig sicher, dass zumindest Jan Bauer eine traurige, bundesweite Berühmtheit erlangt. Der alte AStA der Universität Duisburg-Essen und insbesondere der Ärger rund um die letzte Wahl und den Verkauf des KKC wird hier als Sinnbild für das Versagen von Asten dargestellt. Es wird zwar über die Probleme mehrerer Asten berichtet, aber Duisburg-Essen ist für die Autoren “wohl bislang der krasseste Fall”, bei dem sich der Verdacht aufdrängen würde, “dass hier jemand [also Jan Bauer] die Neuwahl eines Studentenparlaments verhindern wollte, um den Finanzskandal zu vertuschen.”

Die Autoren stellen daraufhin die Frage, “wie lange sich die Studenten das noch bieten lassen” und fordern: “Wählt sie aus den Ämtern!” Gut, dass das mittlerweile erledigt wurde. Am 25.01.2012 wurden Bauer und sein Kompagnon Schön aus dem Asta gejagt. Vorher hatte SPIEGEL Online schon zwei Mal über Bauer beziehungsweise Schön berichtet. Die Artikel findet ihr hier und hier.

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