ERKLÄRUNG “STUDIERENDE HABEN EIN RECHT AUF EINEN FREIEN ZUGANG ZUM MASTERSTUDIUM”
Die Juso Hochschulgruppen haben mit dem freien zusammenschluss von studentInnenschaften (fzs), der DGB-Jugend, CampusGrün, Linke.SDS und den Liberalen Hochschulgruppen eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht und einen freien Zugang zum Masterstudium für alle Bachelor-AbsolventInnen eingefordert. Alle Informationen zur Erklärung und die Möglichkeit diese zu unterstützen gibt es auf der Seite www.freier-masterzugang.org.
CDU/CSU: Master ist “eine überflüssige Ausbildungsschleife”
Unfassbar was CDU/CSU da von sich geben:
“Wer keine wissenschaftliche Karriere anstrebt, braucht den Master-Abschluss in der Regel nicht. Wer nicht in die Wissenschaft will, sollte sich fragen, ob er auf Kosten des Steuerzahlers eine überflüssige Ausbildungsschleife drehen will oder lieber in einem in- oder ausländischen Unternehmen erste Berufserfahrung sammeln oder auch Fremdsprachenkompetenz erwerben möchte.”
Für uns als Juso HSG bleibt klar: Wir fordern genug Masterplätze für alle am Master interessierten BachelorabsolventInnen!
Für alle die jetzt mit uns für einen freien Masterzugang aktiv werden wollen: http://www.jusohochschulgruppen.de/master
.
Geisteswissenschaften rechnen mit Bologna ab
Auf seiner Sitzung am 19.05.2010 hat der Rat der Fakultät für Geisteswissenschaften hat sich mit den in jüngster Zeit aufverschiedenen Ebenen diskutierten Entwicklungen im Hochschulbereich befasst. Die auf der Sitzung abgestimmte Erklärung entspricht den Kritikpunkten der Juso Hochschulgruppe Duisburg-Essen und stimmt in den Chor der kritischen Töne gegenüber Bologna mit ein.
Laut der Erklärung werden “wissenschaftlichen Standards dem Diktat der Marktwirtschaft bedingungslos” unterworfen, sodass “Erkenntnisse (..) zu einer Ware” wird, da die “Transformation von Wissen in Geld (..) als einziges Geltungskriterium für die Bewertung wissenschaftlicher Erkenntnisse” fungiert.
Auch die ohnehin oft gescholtenen Akkreditierugnsagenturen kriegen ihr Fett weg: “Die von der Kapitalisierung des Wissens mittlerweile gut profitierende Akkreditierungs- und Evaluationsindustrie treibt die Universitäten nach allen Regeln der Kunst vor sich her.”
Weiter spricht der Rat von der “Lebenslüge der Wissenschaftspolitik”, die in der “Verfolgung unrealistischer Konkurrenzziele [liegt]: mehr Studierende, mehr Absolventen, mehr eingeworbene Drittmittel, mehr internationales Prestige.”
Besondere Beachtung verdient aus unserer Sicht der Absatz der sich mit der Ent-Demokratisierung der Hochschulstrukturen beschäftigt: “Die Leitung der Hochschule nach dem Vorbild der Führung von Wirtschaftsunternehmen widerspricht dem an Vielseitigkeit und demokratischer Legitimation orientierten gesellschaftlichen Auftrag der Universität. Die nach unternehmerischer Logik vorangetriebene Beeinträchtigung der universitären Unabhängigkeit äußert sich im massiven Angriff auf die inneruniversitäre Demokratie, in übermäßiger Disziplinierung, Top-down Entscheidungen und Eingriffen in fakultätsinterne Privilegien sowie der damit einhergehenden grotesken Bürokratisierung.” Eine Feststellung die sich mit unseren Forderungen nach einer demokratischen Hochschule zu 100 Prozent deckt.
Als Juso HSG befürworten wir diesen Vorstoß der Geisteswissenschaft und hoffen durch unsere Vernetzung in zahlreichen Fakultäten ähnliche Entwicklungen vorantreiben zu können.
Bologna-Konferenz weit hinter den Erwartungen!
Juso Hochschulgruppen Bundesverband fordert mehr Mut bei den Reformen und ruft zu neuen Protesten auf.
„Keine klare Verteilung von Zuständigkeiten und auch keine tiefgreifenden Fortschritte bei der Reform von Bologna“, zeigt sich Erkan Ertan vom Bundesvorstand der Juso-Hochschulgruppen von der heutigen Bologna-Konferenz enttäuscht. „Dies kann nur der Anfang eines Prozesses sein. Wir brauchen eine Ausfinanzierung der Hochschulen, den Master für alle sowie einen konsequenten Ausbau der Mitbestimmung von Studierenden“, so Ertan weiter.
Die Reformen brauchen Zeit, aber die Juso-Hochschulgruppen werden ganz genau darauf achten, ob es sich um leere Versprechen oder echten Willen für Veränderungen handelt. „Aber eins haben wir gelernt: Damit etwas passiert muss der Bildungsstreik weitergehen. Daher rufen wir zu den bundesweiten Protesten am 9. Juni auf“, so Ertan abschließend.







