Unsere Campi als Lern- und Aufenthaltsort

Der Alltag von Studierenden besteht grundsätzlich aus zwei Dingen: Lernen und Leben. Mit der Bologna-Reform haben sich diese Bestandteile des Studiums weitgehend verschoben. In überladenen, mit Prüfungen überhäuften Bachelor- und Masterstudiengängen stehen die Studierenden mittlerweile unter immer höherem Lerndruck. Doch haben wir an der UDE noch ein weiteres Problem. Als eine der größten „Pendler-Unis“ ist es für uns noch schwieriger, das gemeinsame Lernen und Leben zu fördern. Es bedarf hier also besonderer Anreize. Zum einen dafür, dass Pendler, die zwischen Veranstaltungen nicht mal eben nach Hause fahren können, einen angenehmen Aufenthaltsort mit entsprechenden Lern- und Freizeitmöglichkeiten haben. Zum anderen dafür, dass die Studierenden auch nach den letzten Veranstaltungen nicht unmittelbar nach Hause flüchten, sondern gemeinsam Zeit an der Universität verbringen können.

Für eine angemessene Lernatmosphäre ist es wichtig, dass man sich wohlfühlt. Im Studium und auf dem Campus. Dazu muss dieser lebendig sein! Die Situation unserer Hochschule ist diesbezüglich desolat. Nach den Stoßzeiten zwischen Anfang und Ende der Veranstaltungsblöcke sind die Campi nahezu leergefegt. Doch wie kann man ihre Attraktivität steigern? Der Umbau der Teichanlage am Campus Essen war hier beispielsweise ein Schritt in die richtige Richtung. Doch fehlt derartiges in Duisburg bisher völlig. Man könnte hier Ähnliches auf der LF-Wiese umsetzen. Ein Gräuel sind vor allem aber die Sitzgelegenheiten. Vornehmlich findet man Eisendrahtstühle oder merkwürdige Würfel in der Bibliothek am Campus Duisburg. Zwar sind die Ledersessel in der Mensa-Lobby in Essen äußerst komfortabel, doch finden dort nicht allzu viele Studierende einen Platz. Wir wollen mehr Sitzgelegenheiten an den Campi, auf denen längeres Sitzen auch möglich ist. Diese dürfen auch nicht wie bisher festgeschraubt sein, da sonst das Bilden von Sitzgruppen o.ä. unmöglich ist. Die vorhandenen Kapazitäten müssen dabei besser genutzt werden. Bisher hat man zur Bibliothek keine wirkliche Alternative. Unsere Forderung nach der Öffnung der Mensen auch nach den Mahlzeiten, damit die vorhandenen Plätze als Ort zum Lernen genutzt werden können, wurde durchgesetzt. Jetzt sollte auch die Möglichkeit geschaffen werden, sich auch spät noch mit Getränken u.ä. versorgen zu können. Eine Verlängerung der Öffnungszeiten der Cafeterien ist dafür sinnvoll. Danach könnten Getränke- und Snack-Automaten weiterhelfen.

Sind diese Rahmenbedingungen geschaffen, sollten sie mit weiteren Angeboten ergänzt werden. Ein Anfang sind hier sicherlich die Waffel-Verkäufe an bestimmten Tagen in Essen. Der AStA sollte sich nicht darauf beschränken, die Studierenden unserer Universität mit Partys an die Campi zu locken. Stattdessen sollten Grill-Abende, Campus-Sit-ins und ähnliche Aktionen die Studierende einladen, am Campus zu bleiben. Für solche Vorhaben kann eine Kooperation aus Studentenwerk und AStA hilfreich sein. Wir wollen den Studierenden unserer Hochschule Anreize zum gemeinsamen Leben bieten.

Zwar sind die Bedingungen in Essen immer noch besser als in Duisburg, sie sind aber lange nicht ausreichend. Es gibt viel zu tun, wenn die UDE eine attraktive Hochschule werden will. Die fachliche Qualität ist eine Sache, die Atmosphäre eine andere. Wir als Juso HSG werden uns dafür einsetzen, dass letztere mehr Bedeutung bekommt als bisher. Besseres Leben und besseres Lernen durch Wohlfühlen!