Qualität der Lehre – Jetzt!

Eine qualitativ hochwertige Lehre ist von größtem Nutzen – für Studierende und auch für die Gesellschaft. Ob es sich dabei um ein gut konzipiertes Studium oder nur die gelungene Durchführung einer einzelnen Lehrveranstaltung handelt: Eine qualitativ hochwertige Lehre hilft Studierenden, ihre Potentiale besser auszuschöpfen und verhilft der Gesellschaft zu einem höherem Bildungsniveau.

Von allen Seiten wird eine Verbesserung der Qualität der Lehre gefordert. Aber was ist eigentlich eine qualitativ hochwertige Lehre? Wie kann man diese messen, wer darf messen und wer ist für die Qualität verantwortlich? Auf diese Fragen gibt es leider keine eindeutigen Antworten. Wir wissen allerdings, dass sich Qualität nicht an einer AbsolventInnenquote oder einem Notendurchschnit festmachen lässt. Auch die oft beschworenen Lehrevaluationen können nur Hinweise darauf geben, wo es hakt und wo nachgebessert werden muss. Was fehlt, ist ein ganzheitlicher Ansatz für die Qualität der Lehre. Wir als Juso HSG wollen helfen, einen solchen Ansatz zu verwirklichen.

Dazu ist es notwendig, das gesamte Instrumentarium zur Verbesserung der Qualität der Lehre kritisch zu durchleuchten. So ist die Forderung nach mehr Didaktikschulungen für Lehrende aus unserer Sicht zwar berechtigt, wird aber vielerorts noch zu zaghaft angegangen. Zu oft werden Studierende noch von undurchdachten und didaktisch schlecht aufbereiteten Vorlesungen gelangweilt. Aber: Gute Lehrende fallen nicht vom Himmel; ihre Fähigkeiten sind über Jahre antrainiert. Schulungsangebote können helfen, Didaktik- und Methodenkenntnisse zu vermitteln. Wir fordern daher, dass diese Angebote gerade für junge WissenschaftlerInnen zu einem verpflichtenden Angebot gemacht werden, denn schon Promovierende können von klar aufbereiteten und ansprechenden Vorträgen profitieren. Auch neue ProfessorInnen sollen im Rahmen ihrer Berufungsvereinbarung zu Schulungen verpflichtet werden, sofern sie hiermit vorher noch nicht in Berührung gekommen sind.

Die Akkreditierung von Bachelor- und Masterstudiengängen durch externe Agenturen ist ein weiteres Instrument, um die Qualität der Lehre zu fördern. Mit ihnen sollen Studienangebote auf ihre Rechtskonformität und Studierbarkeit hin überprüft werden. Leider spielt der letzte Punkt oft weniger eine Rolle, weil er auch nur schwer messbar ist. Daher werden Akkreditierungen so gut wie nie verweigert werden, obwohl viele Studiengänge heutzutage schwer studierbar sind. Auch der Bildungsstreik hat hieran nur wenig geändert.

Viele sind davon überzeugt, dass nur eine Verbesserung des Verhältnisses von Lehrenden zu Studierenden auch die Qualität eines Studiums anheben könnte. Wir denken, dass dies eine notwendige, wenn auch keine hinreichende Bedingung ist. Natürlich brauchen wir mehr Geld, um mehr Personal, sprich mehr ProfessorInnen, wissenschaftliche MitarbeiterInnen und VerwaltungsmitarbeiterInnen einstellen zu können. Nur dann werden Betreuungsrelationen von eins zu hundert oder zweihundert der Vergangenheit angehören. Wir als Juso HSG sagen aber auch, dass Geld allein nicht ausreicht. Es bedarf auch eines Mentalitätswandels.Nur wenn die Wertschätzung für das Lehren ebenso hoch ist, wie die für die Forschung, ist auch eine qualitativ hochwertige Lehre möglich. Die Anreize, die Wissenschaft und Politik in der letzten Zeit gesetzt haben, bewirkten bedauerlicherweise genau das Gegenteil. Die Fixierung auf die Forschung, wie sie mit der Exzellenzinitiative zuletzt einen Höhepunkt erreicht hat, wertet die Lehre massiv ab. Dies kann man auch in der Personalpolitik der Hochschulen wieder erkennen: Gute Forscher rangieren bei Berufungen vor guten Lehrenden.

Wir als Juso HSG wollen diese Zustände nicht hinnehmen. Deshalb engagieren wir uns im Senat und in überregionalen Verbänden für eine Verbesserung der Qualität der Lehre.

So suchen wir innerhalb der Hochschule die kritische Auseinandersetzung mit den Plänen des Rektorats zur Lehrstrategie der UDE und kämpfen für eine Stärkung der Lehre in der Personalpolitik. Auch in der kommenden Legislatur machen wir uns für diese Ziele stark. Mit unserem Wissen und unserer Erfahrung können und wollen wir die UDE zu einem Ort qualitativ hochwertiger Lehre machen.