Der Senat – echte studentische Interessenvertretung
Im folgenden Abschnitt wollen wir euch einen kurzen Überblick darüber geben, was der Senat ist, wer ihm angehört und welchen Beitrag wir als Juso HSG darin leisten und im nächsten Jahr leisten wollen.
Was ist der Senat?
Der Senat ist das höchste Gremium der Universität, in dem Studierende ein Recht auf Mitwirkung besitzen. Der Senat ist nach Rektorat und Hochschulrat das wichtigste Gremium überhaupt. Die studentischen VertreterInnen werden von den Studierenden jährlich und aus ihrer Mitte heraus gewählt. Diese tagen dann regelmäßig mit VertreterInnen der Universität zu zentralen Belangen der Hochschule, wie zum Beispiel dem Erlass von Rahmenprüfungsordnungen oder dem Wirtschaftsplan der Universität. Auch der Senat tagt wie die anderen Gremien einmal im Monat hochschulöffentlich.
Wer vertritt dort die Interessen der Studierenden?
Im Senat sind neben elf ProfessorInnen, drei wissenschaftlichen MitarbeiterInnen und drei Beschäftigten aus Technik und Verwaltung auch vier Studierende vertreten. Die studentischen MandatsträgerInnen werden jedes Jahr im Rahmen einer Listenwahl bestimmt (derzeit haben wir als Juso HSG zwei Sitze, die Grüne HSG einen Sitz und der konservative RCDS auch einen Sitz). Zusätzlich stellt der Mitte-Rechts AStA aus RCDS, L.U.St., LSD und LAL ein beratendes Mitglied. Da die Studierenden im Senat zahlenmäßig unterlegen sind, ist es wichtig, dass bei jeder Sitzung möglichst alle studentischen Vertreter anwesend sind. Dies gilt nicht nur bei Abstimmungen, sondern auch bei der Aussprache zu bestimmten Themen. Idealerweise agieren alle vier StudierendenvertreterInnen geschlossen, um die anderen Statusgruppen von ihren Positionen zu überzeugen. Leider haben sich der AStA und vor allem der RCDS nur sporadisch an den Diskussionen beteiligt und insbesondere in der letzten Zeit durch Abwesenheit geglänzt.
Unsere beiden Mandatsträgern Robin Wilharm und Patrick Hintze machen sich nun schon seit über einem Jahr für die Interessen der Studierenden stark. Patrick hat es als langjähriger und erfahrener Senator sogar geschafft, zum stellvertretenden Vorsitzenden des Senats gewählt zu werden – eine Position, die in Westdeutschland sonst noch keinE StudierendeR erreicht hat.
Was macht die Juso HSG im Senat?
Die monatlichen Senatssitzungen umfassen in der Regel gut ein Dutzend Punkte, die die kurz- mittel- und langfristige Entwicklung der Universität betreffen. Hiervon haben wir für euch aus Sicht der Studierenden einmal die wichtigsten der letzten Legislaturperiode zusammengestellt:
Kompensationsmittel des Landes ersetzen Studiengebühren: Die rot-grüne Landesregierung hat die Studiengebühren abgeschafft. Die Hochschulen müssen dank der Kompensationsmittel nicht mit finanziellen Einbußen rechnen. Die UDE macht sogar ein leichtes Plus. Bei den Studiengebühren durften die Studierenden in den Gremien selber Vorschläge machen und zur Verteilung und Verwendung Empfehlungen abgeben. Wir haben als Juso HSG zusammen mit einigen anderen GremienvertreterInnen einen Vorschlag gemacht, um diese Beteiligung auch in Zeiten der Kompensationsmittel aufrechtzuerhalten. Dies ist gerade in Zeiten wichtig, in denen finanzielle Mittel vor allem in die Forschung und nicht in die Lehre fließen. Zukünftig wird es somit weiterhin Gremien geben, die über die Verteilung und Verwendung befinden, auch wenn es nicht mehr das Geld der Studierenden ist.
Härtefallregelungen bei auslaufenden Studiengängen: Viele Studierende in Diplom- und Magisterstudiengängen stehen auf Grund der Auslaufregelungen unter Zeitdruck. Viele von ihnen sind auf Grund der Pflege von Angehörigen, dem Erziehen von Kindern, Krankheit oder Behinderung in Verzug gekommen. Für diese Situationen gibt es Härtefallregelungen, deren Anwendung der Senat auf Initiative der Studierenden hin noch einmal bekräftigt hat.
Projekt Campus-Management: Die IT-Infrastruktur der Universität ist leider nicht mehr zeitgemäß. Viele Abläufe, gerade in der Prüfungsverwaltung, sind zu langsam, zu chaotisch oder zu bürokratisch. Das Projekt Campus-Management will dies mit neuer Software (HISinOne) und neuen Organisationsabläufen ändern. Das Projekt ist auf mehrere Jahre angelegt und wird nach und nach umgesetzt. Wir Studierenden merken dies immer dann, wenn Systeme, wie das LSF neue Funktionen bekommen. Im Senat setzen wir uns vor allem dafür ein, dass bei diesen Änderungen der Datenschutz der Studierenden Priorität genießt und einE gläserneR StudierendeR nie Realität wird.
Berufungsverfahren: Ein wichtiger Aufgabenbereich des Senats ist die Personal- bzw. Berufungspolitik. Wer an der Universität als ProfessorIn berufen wird, entscheidet der Rektor auf Empfehlung des Senats. Er wacht über die Einhaltung der formalen Standards – ein Feld, auf dem ein hohes Maß an Erfahrung und Engagement benötigt wird, die wir als Juso HSG gerne aufbringen.
Zeitfenstermodell: Mit der Umstellung der Lehramtsstudiengänge auf das Bachelor/Master-System müssen neue Wege gegangen werden, um möglichst überschneidungsfreie Studienpläne zu gewährleisten. Die UDE hat sich hier für das so genannte Zeitfenstermodell entschieden, das in Zukunft den Studienalltag von fast allen Studierenden beeinflussen wird. Wir begleiten diesen Prozess kritisch und achten dabei in besonderem Maße auf die Bedürfnisse von Studierenden in besonderen Situationen (etwa mit Kindern).
Zukünftige Organisation der Lehrerbildung: Die Lehramtsstudiengänge werden auf das Bachelor-/Master-System umgestellt. Aber welche Organisation passt zu den neuen Studiengängen am besten? Soll es gar eine Fakultät für Lehrerbildung geben? Wir haben uns zusammen mit dem Senat gegen das Fakultätsmodell entschieden: Stattdessen sollen die bestehenden Fachkooperationen ausgebaut, die Zentren für Lehrerbildung aufgewertet und die Mitwirkungsrechte der in der Lehrerbildung Engagierten gestärkt werden.
Zukunft der Kommunikationswissenschaft in Essen: In der vorlesungsfreien Zeit vor dem aktuellen Wintersemester ging ein kleines Beben durch die hochschulpolitische Landschaft der UDE. Das Rektorat hatte beschlossen die Lehreinheit Kommunikationswissenschaften samt Masterstudiengang zu schließen. Neben dem beherzten Einsatz der hiesigen Fachschaft, waren wir es, die daraufhin im Senat, den zentralen Universitätskomissionen und auch bei informellen Treffen protestiert und die Strippen gezogen haben. Das Ergebnis: Die Kommunikationswissenschaft kann mit einem tragfähigen Konzept erhalten werden.
Darüber hinaus ist Patrick als stellvertretender Vorsitzender fortwährend in viele weitere Besprechungen und Gremien eingebunden, um die Senatssitzungen vorzubereiten. Robin engagiert sich derweil als Koordinator für die zahlreichen StudierendenvertreterInnen in den Senatskommissionen und Beiräten.
Welche Pläne hat die Juso HSG für die kommende Legislatur?
Die Senatssitzungen finden monatlich statt und dauern oft bis zu sieben Stunden, so viel wird im Senat diskutiert. Das hat zur Folge, dass man als Studierendenvertreter häufig auf neue Themen reagiert anstatt zu agieren und Themen zu setzen. Dennoch haben wir es geschafft in vielen Bereichen Akzente zu setzen. Daher haben wir uns für die nächste Legislaturperiode neue Ziele für die Arbeit im Senat gesteckt und versprechen Euch, dass wir auch in 2012 keine Mühen scheuen werden, diese Umzusetzen oder zumindest auf die Agenda der Hochschule zu bringen. Zu diesen Zielen gehören:
Umdenken in der Berufungspolitik: Bei der Berufung neuer ProfessorInnen steht der Faktor Forschung klar über dem Faktor Lehre. Renommierte Forscher werden berufen, auch wenn sie Schwächen im Bereich der Lehre aufzeigen, umgekehrt passiert das nicht. Im Rahmen der neu zu verabschiedenden Berufungsordnung wollen wir die Qualität der Lehre in Balance mit Qualität der Forschung bringen!
Gute Lehre in den Mittelpunkt stellen: Das Rektorat hat angekündigt, dass es in der zweiten Hälfte seiner Amtszeit den Fokus auf den Bereich Lehre richten will. Die ersten Ergebnisse dieser Neuausrichtung wurden uns bereits vorgestellt: Die so genannte „Lehrstrategie“ der UDE. Bisher ist dieses Vorhaben des Rektorats nichtssagend und wenig innovativ. Wir wollen diese Lehrstrategie mitgestalten und gute Lehre statt Massenabfertigung in den Mittelpunkt stellen (Mehr dazu in den Abschnitten „Bologna, Reform der Reform, endlich!“, „Qualität der Lehre – Jetzt!“ und „Lehrevaluation – Damit sich Qualität durchsetzt“).
Neues Hochschulgesetz umsetzen: Mit ihrem Amtsantritt hat die Rot-Grüne Minderheitsregierung ein neues Hochschulgesetz (HG) für Nordrhein-Westfalen versprochen. Anders als das aktuelle Hochschulfreiheitsgesetz, das unter Schwarz-Gelb entstanden ist, soll die HG-Novelle die Mitbestimmungsrechte aller Universitätsmitglieder wieder ausweiten. Wenn es soweit ist, wollen wir auf eine schnelle Umsetzung der neuen Rahmenbedingungen an der UDE drängen, um unserer Vision einer demokratischen Hochschule auf diese Weise näher zu kommen.
Uneingeschränkte Transparenz: Diese Versprechen geben wir auch bezüglich unserer Arbeit im Senat. Wir haben uns schon in der letzten Legislatur stets darum bemüht über unsere Homepage aus dem Senat zu berichten. Das muss und wird 2012 noch besser werden. Zusätzlich hoffen wir darauf, dass der nächste AStA (ohne eine Beteiligung der aktuellen AStA-Koalition) im Bereich Hochschulpolitik endlich Interesse an den Belangen der Studierenden zeigt und die wichtigsten Themen aus dem Senat an alle Studierenden kommuniziert.





